Renaturierung im Herbst

Bereits vier Mal besuchte uns in der Geschichte von Monte Cruz schweres Gefährt. Immer mit dem Hauptziel, dem Erdkörper kostbares Wasser zurückzuführen. Durch jahrelange Abholzung und Überweidung ist der Boden degradiert und ausgelaugt. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Methoden, den Boden wieder zu öffnen.

Die erste Maßnahme ergriffen wir 2017. Nachdem ein Caterpillar das komplette 4,5 Hektar große Land mit einer Scheibenegge von Gestrüpp befreit hatte, riss die Maschine mit einem 1 m langen Eisenzahn den Boden entlang der Höhenlinien auf. Dies geschah jeweils im Abstand von 5 Metern, in den so entstandenen "Swales" kann nun Regenwasser gleichmäßig eindringen, auf ihnen gepflanzte Bäume folgen dem Wasser bis in tiefere Schichten. Kostbarer Humus kann entstehen und bei Starkregenereignissen nicht mehr fortgespült werden.

Im Jahr 2019 ließen wir den See als das "Herz" von Monte Cruz anlegen. An der tiefsten Stelle des Landes gelegen mit 30 Meter Länge und 15 Metern Breite, konnten wir schon beim Bau Grundwasser beobachten. Der Lehmkern im Damm lässt trotz, dass er verdichtet ist, Wasser bis in weite Teile außerhalb des See´s zirkulieren und füllt so den Grundwasserspiegel weiter auf. Die jahrhundertelang ins Tal gespülte fruchtbare Erde, welche dabei als Aushub entnommen wurde, ist auf Terrassen rund um den See angelegt worden.

Die einfache Bewirtschaftung der Terrassen hat uns im Herbst 2020 dazu bewogen, weitere anlegen zu lassen. Doch dieses Mal im "Gegenhang" Prinzip, leicht hangseitig abgeschrägt läuft Wasser nicht über die Kante zur nächsten Terrasse, sondern zurück und damit wieder in den Erdkörper hinein. In der Talsohle ließen wir außerdem 3 kleine Winterbecken errichten, dieser Retentionsraum ist nur in der Regenzeit gefüllt. Die unverdichteten Dämme lassen das Wasser langsam versickern. Entgegen aller Erwartungen, lief das tiefste Becken im ersten Sommer nach Fertigstellung nicht leer - es zeigt uns den stetig wachsenden Grundwasserspiegel an.

Mit all diesen positiven Beobachtungen und dem neu gewonnenen Wissen wagten wir im Oktober 2021 einen weiteren Schritt. Denn bei Starkregen floss immer noch viel zu viel kostbares Nass ab. So nutzten wir auch noch die kleine Gartenfläche vor dem See und ließen einen "Vor - See" errichten, welcher mehr einem Kunstwerk gleicht. Dieser "Filtersee" hat mit seinen angelegten Tief - und Flachwasserzonen die Eigenschaft, das eindringende Wasser in den Hauptsee zu klären. Auch hier die Überraschung - Grundwasser, welches in kürzester Zeit und wohlgemerkt im Hochsommer die tiefste Zone füllte. Der tiefbraune, 4 Meter dicke Aushub wurde wieder in leicht zu bearbeitenden Terrassen angelegt und verbindet nun die Arbeiten von 2019 und 2020 in einem ästhetischen und Wasser speichernden Gesamtkonzept.

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